Mineralien- und Fossiliensammler Wels

DIE FUCHSALM ODER DIE KENNTNISSE DER JAHRESZEITEN

Die Fluoritfundstelle am Pyhrnpass in OOe. ist eigentlich jedem Mineraliensammler hierorts bekannt und wurde von vielen schon aufgesucht oder heimgesucht. So beschlossen zwei Kollegen der Ortsgruppe Wels der Mineraliensammler von Oberösterreich einen Unwissenden, nämlich den Autor dieser kurzen Geschichte in die erlauchte Runde einzuführen.

Gesagt, getan, es wurde von unserem Anführer beschlossen, dass wir die Fuchsalm am Samstag an irgendeinem späten Novembertag im Jahre, der Autor weiß das genaue Datum nicht mehr, aufsuchen werden. Wir Drei fuhren also gut gelaunt in Richtung unserer Wünsche und freuten uns auf die Dinge, sprich Fluorite in ansprechender kristalliner Form und Farbe, die da kommen würden.

Also nahmen die Dinge so ihren Lauf, wie aufmerksame Leser das schon erahnt hatten,  denn noch einmal zur Information, es war die dritte oder vierte Woche im November. So konnten wir nach der Ankunft um ca. 09 Uhr 30   während des Aufstieges nicht erkennen, was uns da erwartet. Ein Blick in die Runde hatte uns weiter oben schon etwas Schnee sehen lassen und das hätte uns eigentlich  nachdenklich machen sollen,  aber die Vorfreude ließ uns Alles rosarot sehen. Dem Anfänger in der Runde, bekanntlich der Schreiber dieser Zeilen, kamen dann doch einige Bedenken. Diese wurden unserem Anführer, gleichzeitig unser Obmann, kundgetan. Die Antwort darauf war, dass dort, wo wir später nach den begehrten Schätzen graben werden, fast immer die Sonne scheint.

Auf dem Weg zur Fundstelle schien diese auch tatsächlich und es war angenehm warm. Am Ziel unserer Wünsche angekommen, stellten wir nach ca. 10 Meter vom Aufstieg entfernt fest, wir waren plötzlich im Schatten und es war nicht mehr warm, sondern schweinekalt. Nach der entsprechenden Nachadjustierung, alle Drei hatten wir geeignete warme Kleidung dabei, der fragende Blick zu unserem Anführer. Nun von unserem lieben Karl kam die Antwort,  in ca. einer halben Stunde würde die Sonne auch uns erwärmen. Mit dieser Auskunft waren Klemens und der Autor eigentlich zufrieden, doch wir hatten trotzdem eine Frage, nämlich woher war dieses Wissen. Wieder kam die Antwort in aller Präzision, er, Karl war hier schon öfter und wisse über das Kleinklima hier bestens Bescheid, wobei er allerdings vergaß, das seine Besuche hier immer im Sommer bzw. im Frühherbst waren. Aber davon später mehr und so stand der Aufteilung der Aufgaben nichts mehr im Weg. Karl und Klemens werden im Berghang nach den begehrten Mineralien graben, was bekanntlich ein hohes Maß an Fachkenntnis und handwerkliches Geschick  voraussetzt.  Der Anfänger in der Runde durfte sich daran nicht beteiligen, denn so wurde Ihm erklärt, dafür fehle im ganz einfach das fachliche Können und Wissen.   Die Zuteilung der folgenden Aufgaben entsprach dann aber voll und ganz dem vorhandenen Fähigkeiten und das war die Reinigung und Sortierung der geborgenen Kristallstufen, haha, diese im vorbeifließenden eiskalten Rinnsal zu waschen und zu sortieren. Das Aussuchen natürlich nur der Größe nach, den der geneigte Leser wird sich sicher erinnern, die entsprechende fachliche Qualifikation war ja  beim Schreiber dieser Zeilen nicht vorhanden. Während dieser verantwortungsvollen Tätigkeit kam der ganz leise Zweifel, ob dies voll und ganz den vorhandenen Fähigkeiten entspräche, denn der Neuling war ganz einfach überqualifiziert  und außerdem war der kleine Bach dabei sich in einen anderen Aggregatzustand zu begeben Als ob die zwei Goldgräber Gedanken lesen könnten, wurde zusätzlich noch die Aufsicht über die Getränke und die Jausenbrote delegiert. Diese Aufgabe entwickelte sich dann aber noch zu einer ziemlich schwierigen Angelegenheit, denn die Sachen durften trotz der herrschenden Temperaturen nicht einfrieren.

In der Zeit von unserer Ankunft bis ca.15 Uhr schafften es Karl und Klemens ein Loch zu graben, welches fast groß genug war, um darin einen Kleinwagen zu verstecken, wobei sich aber die  Mineralienfunde umgekehrt proportional verhielten. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass die Sonne auch nach dem Beenden unserer Grabungsarbeiten noch immer nicht schien und das hatte auch seinen guten Grund und  zwar den, dass die Auskunft von unserem Karl,  hier scheint die Sonne eigentlich fast den ganzen Tag, im Prinzip richtig war. Aber diese Erkenntnis wurde  im Sommer und Frühherbst und nicht Ende November gewonnen, sodass wir es mit verschiedenen Sonnenständen und damit verbundenen  Einfallswinkeln unseres Zentralgestirns zu tun hatten.

Während unserer Suche gingen auf dem Weg zur  Fuchsalm viele Bergwanderer an uns vorbei, zum Teil in T-Shirts und kurzen Hosen. Warum wohl so leicht bekleidet, nah weil die Wanderer in der wärmenden Sonne marschierten. Aber zum Ausgleich waren wir mit Wintersachen bekleidet. So manch einer der leicht bekleideten fragte uns, was wir denn da machen würden. Einige waren mit unseren freundlichen Antworten sehr zufrieden, während von Anderen so Meldungen  kamen wie, warum suchen die Deppen da in der Kälte und nicht da wo es warm ist, oder noch schlimmer, was sind das für Idio…

Um ca. 15Uhr war es so kalt, dass beschlossen wurde, die Arbeiten zu beenden und unsere wertvollen Nichtfunde oder großzügig ausgelegt Minimalfunde zum Auto zu tragen. Der Ordnung halber sei noch erwähnt, dass nach ungefähr 20 Meter Fußmarsch bis zum Parkplatz es angenehm warm war. Vielleicht kommt noch die Frage, warum gibt es von diesem Ereignis keine Fotos. Das ist sehr leicht erklärt, denn es soll mal einer probieren, ob man mit dicken Handschuhen eine Digitalkamera bedienen kann.

Autor, FdRdA:  Edgar Richter

 

 

 

 

 

 

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